Warum Unternehmen das Selbstmarketing ihrer Mitarbeiter unterstützen sollten

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Gezieltes Selbstmarketing für die eigene Person bringen Arbeitnehmer in vielen Fällen mit einer Bewerbungssituation in Verbindung. Doch auch ohne den Hintergrund eines angedachten Jobwechsels kann sich die gezielte Arbeit an der eigenen Personenmarke positiv auf die Karriere auswirken – und das sogar zum Wohle des Arbeitgebers.

Dass kontinuierliches Selbstmarketing – und sei es auch nur mit relativ geringer Intensität betrieben – auch außerhalb einer konkreten Bewerbungssituation den meisten Arbeitnehmern etwas bringt, leuchtet ein. Es geht darum, ein stimmiges Gesamtbild abzugeben, Themen zu besetzen oder sich zumindest zu bestimmten Themen ins Gespräch zu bringen, im Idealfall irgendwann sogar als Experte angesehen zu werden – in jedem Fall aber „für etwas zu stehen“. Auch wenn nicht jeder ein bekannter Experte sein kann, werde ich in diesem Text diesen Begriff verwenden, weil er recht prägnant ausdrückt, worum es geht und dabei deutlich weniger „werbisch“ klingt als „Personenmarke“.

Der Nutzen ist direkt ersichtlich: Wer sein Fachwissen und seine Kenntnisse auf „seinem“ Spezialgebiet gut vermarktet, braucht sich oft gar nicht selbst um einen Karrieresprung bemühen, sondern erhält Angebote. Wer viel mit potenziellen und bestehenden Kunden zu tun hat, beispielsweise im Vertrieb oder Customer Support, dem kann der eigene Expertenstatus, so er denn erst einmal vorhanden ist, durchaus die Arbeit ein wenig erleichtern. Hierzu lassen sich natürlich noch weitere Beispiele finden.

Doch was hat ein Unternehmen von diesen „Experten“ oder „Personenmarken“ im eigenen Haus? Einige Aspekte möchte ich hier beleuchten.

Mitarbeiterbindung und die Gefahr der Abwerbung

Wahrscheinlich fallen einem zunächst einmal eher die negativen Aspekte ein, die sich für ein Unternehmen ergeben. Mitarbeiter, die in Fachkreisen eine gewisse Bekanntheit genießen, werden früher oder später unweigerlich von der Konkurrenz umworben. Also lieber gute Leute nicht nach außen zeigen, um die Gefahr einer Abwerbung zu mindern? Meiner Meinung nach der absolut falsche Weg.

Wer gut ist, möchte im Regelfall auch Anerkennung – und das nicht unbedingt nur im eigenen Haus. Das steigert Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation. Wird ein Mitarbeiter, der etwas für seine Reputation und die eigene Fach-Bekanntheit tun möchte, auch noch von seinem Unternehmen unterstützt, erzeugt dies mit Sicherheit eine größere Loyalität als im Fall eines ignoranten oder vielleicht sogar kontraproduktiven Standpunktes des (Noch-)Arbeitgebers.

Co-Branding als Win-Win-Situation

Auch abseits weicher Argumente wie der Mitarbeiterzufriedenheit kann die Investition in die Fach- und/oder Branchen-Bekanntheit bzw. den Expertenstatus der eigenen Mitarbeiter für ein Unternehmen handfeste Vorteile mit sich bringen. Das oben erwähnte Co-Branding bedeutet im Marketing-Jargon, dass ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Kommunikationsbotschaft mit mehr als nur einer Absendermarkierung versehen ist.

Was das nun mit Selbstmarketing zu tun hat? Ganz einfach: Wer beispielsweise einen Vortrag bei einer Fachtagung hält, stärkt zum einen seinen eigene Personenmarke. Er „macht sich einen Namen“ oder bestärkt diesen durch sein Auftreten als Experte. Im beruflichen Umfeld ist er aber immer auch als Mitarbeiter und damit „Aushängeschild“ seines Unternehmens unterwegs. Welche der beiden Marken – sein guter Name als Experte oder der Name des Unternehmens, für das er arbeitet – stärker von der jeweils anderen profitiert, ist individuell verschieden. Fest steht jedoch: Außer in dem eher unwahrscheinlichen Fall, dass der betreffende Mitarbeiter sich hinter dem Rednerpult bis auf die Knochen blamiert, haben beide etwas davon. Dieses Verhältnis wird sich im Laufe der Zeit auch verändern.

Vertrauenstransfer vom Experten auf das Unternehmen

Interessant finde ich vor allem die Situation, in der den entsprechenden Fachkreisen vor allem der Experte namentlich bekannt ist. Spontan fallen mir eine ganze Reihe Personen ein, die ich als Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet ansehe und die ich daher auch um Rat fragen würde, wenn ich ein konkretes Problem in diesem Bereich hätte. Und das obwohl ich gar nicht genau weiß, bei welchen Unternehmen diese Leute arbeiten. Das muss ich auch nicht, denn das betreffende Unternehmen würde im Falls eines dadurch zustande kommenden Auftrags „lediglich“ von dem Vertrauen profitieren, dass ich in einen seiner Mitarbeiter setze.

Dieses Szenario funktioniert offenkundig vor allem im Vertriebsbereich. Doch ein gutes Argument, warum Unternehmen in das Selbstmarketing ihrer Mitarbeiter investieren sollten, ist es auf jeden Fall. In einem Artikel las ich neulich, dass einige große Unternehmensberatungen ihre Mitarbeiter ganz bewusst zu solchen Experten aufbauen. Denn gerade in Beratungs- und Dienstleistungsbranchen gehören die beteiligten Personen zum wichtigsten Kapital, das für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend ist.

Ein Unternehmen kann keine Rede halten

Ein letztes Argument möchte ich noch anführen, das für alle Unternehmen gilt: Ein Unternehmen, das auf Konferenzen und ähnlichen Fachveranstaltungen präsent sein möchte, sollte immer daran denken, dass hier Personen am Rednerpult stehen, nicht Unternehmen. Wenn es darum geht, einen geeigneten Keynote-Speaker oder Fachreferenten für eine Veranstaltung zu suchen – wonach werden die Veranstalter wohl vor allem suchen? Nach unpersönlichen Unternehmen? Oder nach Experten, die sich erfolgreich einen Namen gemacht haben?

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Kommentar

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    […] Eine wichtige Sache sollten Sie übrigens noch bedenken: Je nach Unternehmen, der eigenen Position und der Übergabe-Situation ist es ratsam, sich vorher bei seinem Chef zu vergewissern, dass die Überreichung der zusätzlichen Karte in Ordnung geht. Argumente, warum diese Selbstmarketing-Maßnahme und die damit verbundene Positionierung als Experte auf dem eigenen Fachgebiet auch dem Unternehmen nützen, finden Sie in diesem Artikel. […]


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