
Wer der Meinung ist, nach ihr oder ihm suche doch ohnehin nie jemand bei Google, kann dies jetzt nachprüfen. Seit einigen Tagen zeigt Googles „Keyword-Tool“, ursprünglich ein Werkzeug für die Buchung von Text-Werbeanzeigen bei Google, nämlich konkrete Suchhäufigkeiten für beliebige Suchbegriffe.
Eigentlich steht es meiner Meinung nach außer Frage, dass es sich grundsätzlich lohnt, die Suchergebnisse zum eigenen Namen regelmäßig zu überprüfen und ggf. zu versuchen, Einfluss darauf zu nehmen. Denn jeder einzelne erste Eindruck kann entscheidend für das eigene Vorankommen sein, beruflich wie privat.
Doch noch immer bezweifeln viele Menschen, dass überhaupt nach ihnen gesucht wird. In vielen Fällen mag das sogar stimmen, in vielen aber auch nicht. Diese Frage lässt sich in Bezug auf die Suchanfragen bei Google zumindest näherungsweise beantworten. Dabei möchte ich jedoch noch einmal betonen, dass es beim Online-Reputationsmanagement nicht auf die Quantität ankommt.
Das Google Keyword-Tool gibt Auskunft, wie oft nach bestimmten Begriffen gesucht wird
Wer sich bereits mit Suchmaschinenmarketing oder Suchmaschinenoptimierung beschäftigt hat, wird das Google AdWords Keyword-Tool höchstwahrscheinlich bereits kennen. Es dient eigentlich dazu, relevante Keywords für die Buchung von Textanzeigen bei Google zu finden. Gerne wird es jedoch auch im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung verwendet, weil es einige statistische Informationen zu den eingegebenen Suchbegriffen liefert,
Bisher wurden diese statistischen Zusatzangaben ausschließlich in Form von kleinen grünen Balken angezeigt, die lediglich Rückschlüsse auf die relativen Verhältnisse zwischen mehreren Suchbegriffen zuließen. Seit einigen Tagen jedoch zeigt das Keyword-Tool „echte“ Zahlen an. Wie nah die angezeigten Zahlen der Realität kommen, wird derzeit in vielen Blogs diskutiert. Meinen eigenen ersten Test zufolge sind sie zumindest nicht ganz verkehrt.
Bei selten gesuchten Begriffen erscheint jedoch leider noch immer sehr häufig die Meldung „Nicht genügend Daten“. Daher sind die vom Keyword-Tool gelieferten Zahlen grundsätzlich nicht als absolute Wahrheit aufzufassen, sondern eher als Ahnaltspunkt. Doch für die Verwendung im Rahmen des Online-Reputationsmanagements reicht das vollkommen aus.
Herausfinden, wie oft bei Google nach einem Namen gesucht wird
Die Benutzung des Keyword-Tools ist prinzipiell recht einfach. Doch einige Einstellmöglichkeiten sind wichtig für ein richtiges Ergebnis.
Zunächst einmal besteht die Möglichkeit, die betrachtete Suchsprache und -region einzugrenzen oder auszuweiten. Standardmäßig ist hier „Deutsch, Deutschland“ eingestellt:
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Wer Namensvettern in anderen Teilen der Welt hat, kann mit dieser Option auf Wunsch die Suchanfragen nach diesen Personen gleichen Namens aus seiner Recherche ausschließen. Ansonsten empfiehlt sich entweder die Betrachtung der Kombination aus deutscher Sprache und allen Ländern oder auch die Auswahl aller Sprachen und aller Länder.
Nach der Eingabe des eigenen Namens in das große Formularfeld sollte man die Option „Synonyme verwenden“ abwählen, denn sie ist für diese Recherche unnötig. Das Abschreiben des Captchas soll die automatisierte maschinelle Nutzung des Tools verhindern. Zum Glück sind die Buchstaben und Zahlen meist gut lesbar.

Der Klick auf den Button „Keyword-Tool“ präsentiert ein erstes Ergebnis, das jedoch so noch nicht aussagekräftig ist. Wichtig ist nämlich noch die Einstellung des sogenannten Übereinstimmungstyps. Die Optionen entsprechen mehr oder weniger den Optionen, die man von der Nutzung der Google-Suche kennt. Gibt man bei der Google-Suche eine Kombination aus Vor- und Nachnamen ohne Anführungszeichen ein, so findet man auch Seiten, auf denen beide Bestandteile des Namens unzusammenhängend in verschiedenen Teilen der Seite vorkommen.
Wer wissen möchte, wie oft tatsächlich nach seinem Namen gesucht wird, sollte sich die Ergebnisse der beiden Übereinstimmungstypen „Wortgruppe“ und „Exakt“ ansehen. Am einfachsten erkläre ich dies an einem Beispiel:
Nach meinem Namen wird pro Monat durchschnittlich 91-mal gesucht (Übereinstimmungstyp „Wortgruppe“), davon 58-mal „alleine“ (Übereinstimmungstyp „Exakt“), also ohne dass der Namen mit weiteren Suchbegriffen kombiniert worden ist. Das bedeutet, dass im Durchschnitt 33-mal pro Monat mein Name in Kombination mit anderen Wörtern gesucht wird.
Im Gegensatz zu Netzpersönlichkeiten wie Klaus Eck oder Robert Basic oder Sascha Lobo ist dieses monatliche Suchvolumen zwar vergleichsweise gering. Doch die Vorstellung, auf diesem Weg pro Jahr über 1.000 Mal einen guten oder eben auch schlechten Eindruck hinterlassen zu können, ist für mich Anlass genug, meine Google-Ergebnisse genau im Auge zu behalten.



Thorsten
am 2008-07-13 um 18:30
Das ist ja auch mal ne interessante Anwendung des Keyword-Tools. Habs direkt mal gechecked: 28 Anfragen – und ich bin sogar 5 ct wert ;-)
Bernd Pitz
am 2008-07-13 um 22:33
Klasse Tutorial, danke! Warum nicht gleich AdWords schalten? Ich gebe täglich 2 Euro dafür aus, dass ich bei Google (noch) besser gefunden werde. Für Kaffee gebe ich mehr aus;-)
Michael van Laar
am 2008-07-14 um 00:10
Klar sind AdWords u. U. sinnvoll. Gerade für Leute, die trotz Allerweltsnamen in jedem Fall gefunden werden möchten, ist das eine gute Ergänzung zu SEO-Maßnahmen. Und noch sind die meisten Namen keine so sehr umkämpften Suchbegriffe, dass man sie sich nicht leisten könnte.
Da ich mit meinen ersten zehn Google-Ergebnissen aber zufrieden bin, gönne ich mir momentan lieber den Kaffee ;-)
Francis, Infopirat
am 2008-07-15 um 15:35
Hallo Michael,
kleiner Tipp, passend zum Thema: http://www.ziki.com
Da gibt es unter anderem eine kostenlose Adwords Buchung auf Deinen guten Namen, wenn Du Dich registrierst.
Viele Grüsse von der Insel!
Michael van Laar
am 2008-07-15 um 15:49
Das ist zwar richtig, leitet aber logischerweise „nur“ auf das Ziki-Profil. Ich glaube myON-ID hat auch irgendwo die Option, AdWords-Anzeigen zu schalten. Und wenn ich mich nicht täusche, habe ich das noch bei einer weiteren Personensuchmaschine gesehen.
Namenssuche im Internet | mit:machen
am 2008-07-17 um 23:42
[…] hat, habe ich mir seine Blogs angesehen und bin dabei unter anderem auf einen sehr interessanten Artikel mit dem Titel “Nach mir sucht doch niemand.” – Stimmt das wirklich?” […]
Chrischii
am 2008-07-23 um 23:00
Leider habe ich schon oft die Erfahrung gemacht, dass die Werte aus dem Keyword Tool stark von der Realität abhängen, daher empfehlen ich wirklich AdWords zu schalten, dann ist man auf der sicheren Seite.
Andreas
am 2008-07-28 um 09:55
@ Chrischii – Du hast absolut Recht, die Zahlen sind teilweise ein kompletter Blödsinn. Vor allem ist mir nicht klar, ob nicht bei einigen Beriffen deutsche und anderssprachige Begriffe „zusammengefasst“ werden.
Arne
am 2008-08-01 um 17:22
Wow. Da macht man sich aber selber ziemlich verrückt wenn man ständig die SuchQuote für seinen eigenen Namen checkt.
andre
am 2009-10-03 um 23:57
Mittlerweile ist das Keywordtool ja ein Klassiker!