
PR-Blogger Klaus Eck behandelt in seinem neuen Buch zum ersten Mal in Deutschland das Thema Online-Reputationsmanagement umfassend. Das Buch ist einerseits ein Praxisleitfaden mit vielen Tipps. Andererseits nehmen Aufklärung und Sensibilisierung für Chancen und Risiken einen breiten Raum ein.
Aufbau und Inhalt
Zunächst gibt es eine ausführliche Einführung in das Thema Online-Reputationsmanagement. Nach einigen grundlegenden Erklärungen, was Reputation überhaupt ist und wie sie entsteht, nimmt sich Klaus Eck viel Zeit für die „Missionierungsarbeit“. Er zeigt auf, welche Spuren die meisten von uns bereits heute im Internet hinterlassen, oft jedoch ohne es zu wissen oder sich bewusst darum zu kümmern.
Danach geht es zunächst ums Ego-Googlen. Die Google-Ergebnisse zum eigenen Namen sind ein zentraler Punkt des Buches und werden immer wieder als einer der Bewertungsmaßstäbe für die Wirkung der einzelnen Maßnahmen herangezogen. Es folgen Beschreibungen und Tipps zu allen wichtigen Aspekten und Plattformen, die für das Online-Reputationsmanagement wichtig sind. Was bei der Verwendung von Bilder zu Beachten ist, gehört ebenso dazu wie die Vorstellung verschiedener Social Networks und Personensuchmaschinen. Natürlich geht Klaus Eck auch ausführlich auf das Bloggen ein.
In den folgenden Kapiteln geht es um die „Neuen Influencer in der Social-Media-Sphäre“. Neben dem richtigen Umgang mit Bloggern, Videopodcastern, Twitterern und der Wikipedia. Bei all dem wird immer wieder die Perspektive gewechselt. Mal geht es um die Reputation von Einzelpersonen, dann wieder um das Image von Unternehmen. Das ist einer der wenigen Punkte, die mich an dem Buch ein wenig gestört haben. Auch wenn die Mechanismen gleich oder zumindest ähnlich sind, so können meiner Erfahrung nach Nicht-Marketing- oder Nich-PR-Fachleute einem solchen Hin- und Herspringen nicht immer folgen. So etwas wie zum Beispiel PR in eigener Sache ist für Selbständige und Unternehmer nichts ungewöhnliches, für viele Arbeitnehmer jedoch eine eher seltsame anmutende Vorstellung. In diesem Punkt hätte ich eine etwas klarere Zielgruppen-Ausrichtung des Buches als angenehm empfunden.
An Ausführungen zum Verhältnis von Personen- und Unternehmensreputation und deren wechselseitigen Einfluss aufeinander schließt sich ein Exkurs über den Abschied von der klassischen PR an. In den letzten beiden Kapiteln gibt Klaus Eck Tipps zum Reputationsmonitoring und zur Wiederherstellung einer Online-Reputation.
Highlights
Ein kurzer Abschnitt aus der Einleitung ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:
„Verhindern können Sie es nicht mehr, dass selbst einige intime Informationen zu Ihrer Person oder Ihrem Unternehmen im Web zu finden sind.
Angst müssen Sie dennoch nicht davor haben. Aber verabschieden SIe sich lieber gleich von dem Gedanken an eine Privatsphäre, dann gelingt es Ihnen wesentlich besser, mit der neuen Öffentlichkeit bewusst umzugehen, und Sie überlassen nichts mehr dem Zufall.“
Quelle: Karrierefalle Internet, Seite 1
Dem ist nichts hinzuzufügen. Wer im Web aktiv ist, ist nie wirklich privat. In Zeiten als das Internet noch ein Nischenmedium für Technikverliebte war, hat das nur niemanden so richtig interessiert. Doch heutzutage ist das Internet in vielen Bereichen bereits zum Leitmedium geworden oder ist zumindest auf dem besten Weg dorthin. Was im Web steht, hat Relevanz und wird wahrgenommen. Eine strikte Trennung nach beruflicher und privater Zugehörigkeit ist aufgrund der nahezu kompletten Durchsuchbarkeit des Internet so gut wie nicht mehr machbar.
Recht treffend finde ich die Einteilung der unterschiedlichen Umgangsarten mit der eigenen Onlien-Reputation. Da gibt es die „Blauäugigen“, die „Datenneurotiker“, die „Möchtegernstars“, die „Prominenten“ und die „Alter Egos“. Wie auch an manchen anderen Stellen merkt man dem Buch meiner Meinung nach hier jedoch ein wenig an, dass sich der Autor sehr viel im Umfeld der Marketing- und Medienbranche bewegt. Denn in der Beschreibung des Prominenten-Typus („[…] sind es gewohnt, öffentlich aufzutreten, auf Podien zu sitzen, Video- und Fernsehinterviews zu geben […]“) werden sich wahrscheinlich viele, die den Status des Möchtegernstars bereits hinter sich gelassen haben, nicht so richtig wiederfinden. Zumindest geht es mir so. Trotzdem gibt die Typisierung einen guten Überblick.
Unbestrittene Highlights sind zudem die vielen Zitate mit Praxiserfahrungen bekannter und weniger bekannter Persönlichkeiten. Außerdem ist das Buch randvoll mit konkreten Praxistipps, die durch entsprechende Hervorhebung deutlich als solche gekennzeichnet sind.
Fazit
Klaus Eck hat mit diesem Buch einen Meilenstein gesetzt. Das Thema Online-Reputationsmanagement wurde im deutschsprachigen Raum mit Sicherheit noch nie so detailliert und umfassend behandelt. Da Online-Reputationsmanagement früher oder später jeden von uns betreffen wird, kann ich nur raten: Unbedingt kaufen und aufmerksam lesen!
Infos zum Buch
Klaus Eck
Karrierefalle Internet. Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun!
Gebundene Ausgabe, 264 Seiten
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446416285
ISBN-13: 978-3446416284
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Klaus Eck zum anfassen | Online Reputation
am 2009-04-27 um 14:43
[…] Rezession zum Buch von Klaus Eck […]
SL
am 2009-10-05 um 23:24
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