Rundum-Update meiner Online-Selbstpräsentation (Teil 2): Die Inventur

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Bestandsaufnahme

Bevor ich damit beginnen kann, alle meine Profile und Selbstpräsentationen im Web von Grund auf zu überarbeiten, muss ich zunächst wissen, wo mein Name überall auftaucht. Dazu habe ich mit verschiedenen Werkzeugen recherchiert und bin auf über 130 Profildarstellungen gestoßen.

Nach dem Vorgeplänkel in Teil 1 dieser kleinen Artikelserie, geht es jetzt in die Vollen. Bei meiner Suche nach Fundstellen zu meiner Person lag mein Augenmerk ausschließlich auf Personendarstellungen, die ich selbst beeinflussen kann. Hauptsächlich sind dies öffentlich zugängliche Benutzerprofile bei den unterschiedlichsten Websites und Online-Diensten.

Wenn dagegen in einem alten Gastartikel oder Interview nicht meine aktuellen Daten auftauchen, kümmere ich mich nicht darum. So etwas sehe ich als einen Teil der redaktionellen Inhalte an. Falls dort eine Website oder beispielsweise mein XING-Profil verlinkt sind, sollte dies jedoch in jedem Fall aktuell sein. Gleiches gilt für den Fall, dass Leser eines solchen Gastartikels oder Interviews bei Google nach meinem Namen suchen. Zumindest die ersten Ergebnisse müssen unbedingt auf dem neusten Stand sein.

Das Ziel des Selbstpräsentations-Updates

Damit ist auch noch einmal das wichtigste Ziel dieser Aktualisierungsaktion umrissen: Wer auch immer wo auch immer im Web auf meinen Namen stößt, soll mit einem oder maximal zwei Klicks ein stimmiges, aktuelles Bild von mir erhalten. Dies kann ein eher stichwortartiges Profil sein wie bei XING, ein kurzer Fließtext wie in meinen Blogs oder eine ziemlich umfassende Darstellung mit Verweisen auf viele weitere Inhalte wie bei myON-ID.

Wichtig ist in jedem Fall: Der Eindruck, den man aus den verschiedenen Profilen gewinnt, sollte möglichst immer gleich sein. Denn hier geht es um konsequente Markenführung in eigener Sache. Hundertprozentig übereinstimmende Profilwirkungen sind zwar aufgrund unterschiedlicher Schwerpunkte, die bei den unterschiedlichen Websites und Diensten im Vordergrund stehen, nicht möglich. So unterscheidet sich beispielsweise mein XING-Profil stark von meiner Selbstdarstellung bei MySpace oder GarageBand.com. Doch sollten sich die Eindrücke, die man von einer Person an verschiedenen Stellen im Web gewinnt, zumindest gut und nachvollziehbar ergänzen.

Die Werkzeuge

Für die Bestandsaufnahme nutze ich eine Mindmap, um alle Fundorte zu dokumentieren. Eine Mindmap schien mir persönlich ideal für diese Aufgabe geeignet, denn ich erhalte auf diese Weise schnell einen Überblick, kann die einzelnen Elemente jederzeit beliebig umgruppieren und habe auch alle Links in klickbarer Form sofort verfügbar.

Ob ich die Mindmap auch langfristig pflegen werde oder neue Fundstellen einfach nur mithilfe von myON-ID dokumentiere, weiß ich noch nicht. Nachteilig ist der zusätzliche Pflegeaufwand der Mindmap. Denn schlecht gepflegt bringt sie nichts. Der große Vorteil ist jedoch, dass ich hier auch solche Profile vermerken und einsortieren kann, auf die ich aus irgendeinem Grund nicht in meinem myON-ID-Profil öffentlich hinweisen möchte. Wenn ich solche vorhandenen, aber eher ungeliebten Fundorte erst einmal nicht mehr habe, ist die Mindmap jedoch in der Tat überflüssig.

Ausschnitt aus der Profilsammlung

Die Mindmap muss aber auch gefüllt werden. Um meine zahlreichen Selbstdarstellungen im Web aufzuspüren, habe ich an den verschiedensten Stellen nachgesehen.

  • Google: Die ersten zehn Ergebnisseiten bin ich Position für Position durchgegangen. Hieraus stammen auch die meisten Einträge meiner Mindmap. Gesucht habe ich nicht nur nach meinem Namen in ausgeschriebener Form, sondern auch nach der Variante ohne Leerzeichen zwischen den Wörtern, da dies mein bevorzugter Benutzername ist.
     
  • Meine persönliche Website: Meine bisherige Web-Visitenkarte (es ist wirklich nur eine Seite) enthält eine Linkliste zu einer Auswahl meiner Personenprofile im Netz. Die vielen Überschneidungen mit den Ergebnissen der Google-Suche waren zu erwarten.
     
  • myON-ID: Was das Auffinden von Namensnennungen auf unterschiedlichen Websites angeht, waren die Monitoring-Ergebnisse von myON-ID zwar längst nicht so umfangreich wie die Google-Ergebnisse. Gelohnt hat es sich trotzdem. Via myON-ID konnte ich einige längst vergessene Profil ausfindig machen, die in den anderen Suchergebnissen und Listen nicht enthalten waren.
     
  • Mein Passwort-Speicher: Zuletzt habe ich noch die kleine Datenbank auf meinem USB-Stick durchforstet, in der ich die Zugangsdaten zu den verschiedenen Webservices ablege.

Wirklich vollständig ist meine Sammlung wahrscheinlich immer noch nicht. Doch alles, was man mit einer halbwegs hartnäckigen Google-Recherche zutage fördern kann, ist mit Sicherheit enthalten.

Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme

Über 130 Benutzerprofile und Selbstdarstellungen habe ich bisher gefunden. Meine vorläufige Zusammenfassung in Gruppen sieht folgendermaßen aus:

  • Social Networks
  • Experten-Portale
  • Reputationsportale
  • Identitätsmanagement
  • Personensuchmaschinen
  • Blogs
  • Microblogging
  • Lifestream
  • Social Bookmarks
  • Musik
  • Multimedia
  • Veranstaltungen, Termine
  • Sonstiges

Die Fundstellen haben unterschiedlichste Aktualitätsstände. Hier wartet eine Menge Arbeit auf mich. Allerdings habe ich nicht vor, einfach nur alles zu aktualisieren. Profile, die schon lange brachliegen, tun dies schließlich nicht ohne Grund. Ich werde genau prüfen müssen, ob mein Name wirklich überall dort auftauchen muss, wo ich derzeit präsent bin. Zwar ist eine große Anzahl an „kontrollierbaren Außenposten“ ein guter Beitrag zu einem digitalen Reputations-Schutzschild. Doch wenn bei manchen Webdiensten zwar ein aktuelles Benutzerprofil vorhanden ist, der Dienst aber ganz offensichtlich nicht oder nicht mehr benutzt wird, macht dies auch keinen besonders guten Eindruck. Meine Erfahrungen hierzu werde ich in einem der nächsten Teile dieser Artikelserie schildern.

In Teil 3 geht es beim nächsten Mal zunächst um das inhaltliche Konzept, also um Positionierung, Schlagwörter und Elevator Pitch. Eine Woche bis zehn Tage wird es voraussichtlich wieder bis zum nächsten Artikel dauern. Denn die Positionierung ist der spannendste, aber auch der schwierigste Teil.

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Kommentare

  1. Joerg Reschke

    Hallo Herr van Laar,

    die Schwierigkeit einen vollständigen Überblick zu organisieren und zu behalten, kann ich sehr gut nachvollziehen. Macht es einem das Internet doch so einfach viele Tools zunächst auszuprobieren. Wenn ich das richtig lese, dann verwenden Sie parallel eine Mindmap und eine Passwort-Datenbank zur Identitäts-Organisation.
    Wie regelmäßig aktualisieren Sie diese Aggregationen und in welchen Abständen halten Sie ein Rundum-Update für notwendig?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Jörg Reschke

  2. Michael van Laar

    Hallo Herr Reschke, ab jetzt aktualisiere ich sowohl die Mindmap als auch meine Password-Datenbank ständig. Das erfordert eigentlich gar nicht so viel Disziplin. Man muss nur jedes Mal, wenn man sich irgendwo anmeldet, sofort die Benutzerdaten und die Website aufschreiben. Ich persönlich denke, dass es nicht schadet, einmal im Jahr eine persönliche „Standortbestimmung“ durchzuführen und zu überprüfen, inwieweit sich die eigenen Ziele und das eigene Selbstverständnis verändert haben. Das hat prinzipiell erst einmal nicht unbedingt etwas mit Online-Reputation und Selbstmarketing zu tun. Veränderungen werden sich aber auch in der Selbstpräsentation niederschlagen. In welchen Abständen man sich um solche Dinge Gedanken machen sollte, hängt von der eigenen Persönlichkeit ab und davon, wie oft sich beruflich und privat etwas verändert.


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