Rundum-Update meiner Online-Selbstpräsentation (Teil 3): Das Kurzprofil

Weitersagen

Elevator Pitch

Auf die Frage „Und was machen Sie beruflich?“ sollte man einen knackigen Elevator Pitch parat haben, eine prägnante Kurzpräsentation von ca. 30 Sekunden Länge. Im Web ist das nicht anders. Denn für jedes Social-Network-Profil oder für sonstige Benutzerprofile wird eine kurze Vorstellung verlangt.

Versionsvielfalt und wechselnde Schwerpunkte

Die Kurzvorstellung ist meiner Meinung nach der schwierigste Teil der eigenen Online-Selbstpräsentation. In den letzten Jahren habe ich ein buntes Sammelsurium an Varianten ausprobiert. Immer wieder fand ich, dass der Text nicht klar und aussagekräftig genug ist. Dann wieder wollte ich neue Schlagwörter einbauen. Zusätzlich musste ich auf die Änderung äußerer Umstände und die Verschiebung von Prioritäten reagieren.

Eine der letzten Varianten meines Kurzprofils sah so aus:

Bei der B2B-Marketingagentur tensor c berate ich als Senior Consultant Kunden aus den Branchen IT, Industriedienstleistungen und Investitionsgüterindustrie schwerpunktmäßig zu den Themen Markenführung, Marketingstrategie und Online-Marketing.

An einigen Stellen findet sich alternativ aber auch diese Variante:

Ich bin Marketing-Berater und habe mich auf die Themen B2B-Marketing, Online-Marketing und Selbstmarketing spezialisiert. Beim Institut für Online-Markenführung berate und schule ich Kunden aus den Branchen IT, Industriedienstleistungen und Investitionsgüterindustrie.

Oft habe ich ergänzend die Vorstellung meiner beiden Blogs hinzugefügt:

In meinem Weblog www.marketingblogger.de schreibe ich über effektive Markenführung und effiziente Unternehmenskommunikation. Das breitgefächerte Themenspektrum reicht von Marketing- und PR-Grundlagen bis hin zu aktuellen Werbe- und Vermarktungstrends. In meinem Weblog www.selbstmarketing-praxis.de gebe ich Tipps zu Selbstmarketing, Imagepflege, Reputationsmanagement und Networking – sowohl im Internet als auch im „realen“ Leben.

Inhaltlich richtig waren alle diese Textblöcke. Doch wirklich zufrieden war ich mit ihnen nicht mehr. Denn ob ich damit jedem klar machen konnte, mit welchen Themen ich mich beschäftige, darf getrost bezweifelt werden.

Einfach ausdrücken und Nutzen kommunizieren

In letzter Zeit musste ich immer wieder feststellen, dass in meinen Augen simple Begriffe wie „Markenführung“, „Online-Marketing“ oder „B2B-Marketing“ längst nicht für jeden, dem ich mich vorstellte, verständlich und klar waren. Und in der mündlichen Kommunikation ersetze ich die Stellenbezeichnung „Senior Consultant“ ohnehin immer durch „Marketingberater“, weil das nicht so sehr nach Werbe- oder Unternehmensberater-Slang klingt.

Eine möglichst allgemein verständliche Wortwahl war also eine der Prämissen für meine neue Kurzvorstellung. Ein weiter wichtiger Punkt betraf die Inhalte.

„Welches Problem lösen Sie wirklich?
Fast niemand ist an Produkten oder Methoden interessiert. Beschreiben Sie deshalb nicht Ihr tolles Produkt, die Eigenschaften Ihrer herausragenden Dienstleistung, sondern erklären Sie möglichst anschaulich, welches Problem Ihres Zuhörers Sie lösen können.“
Quelle: Der Persönlichkeits-Blog

Einen Nutzen oder Problem-Lösungen konnten meine obigen Kurzvorstellungsvarianten nicht aufzeigen. Das wollte ich ändern, auch wenn ich natürlich im Gegensatz zu einer persönlichen Vorstellung nicht individuell auf den Empfänger meiner Botschaft eingehen kann.

Das brachte mich zu der Frage, welche Arten von Zielgruppen bzw. Lesern es überhaupt geben könnte. Diese Frage hängt zusammen mit den Einsatzmöglichkeiten eines solchen Elevator Pitches.

Ich möchte das Kurzprofil so universell wie möglich verwenden können, sowohl online als auch im persönlichen Gespräch. Zwar gibt es immer wieder Spezialfälle, in denen die Kurzvorstellung, um die es hier geht, nicht einsetzbar ist. Mein Benutzerprofil beim Tanzcamp ist so ein Fall. In diesem Umfeld von Online-Marketing und beruflicher Spezialisierung zu reden, wäre einfach unpassend.

Sieht man von solchen Spezialfällen ab, so gibt es zwei Zielgruppen, die ich berücksichtigen muss:

  1. Personen, die sich mit Marketing und vor allem Online-Marketing auskennen
  2. Personen, denen Marketing-Fachbegriffe nicht geläufig sind

Schlagwörter, Berufsbezeichnung und Kurzprofil

Um sowohl einige Marketing-Schlagwörter unterbringen zu können als auch eine möglichst verständliche Kurzvorstellung zu haben, besteht meine Textvorlage für Profile im Web nun aus drei Bestandteilen.

Die drei recht allgemein gehaltenen Schlagwörter

  • B2B-Marketing,
  • Online-Marketing und
  • Selbstmarketing

beschreiben die Themengebiete, mit denen ich mich beschäftige. Natürlich könnte ich hier noch viele weitere Begriffe hinzufügen, die stärker ins Detail gehen, wie beispielsweise Markenführung, Marketingstrategie, Suchmaschinenoptimierung, Social-Media-Marketing oder Webanalytics. Doch ich denke, das wäre für die meisten Social-Network-Profile bereits zu viel des Guten.

Die Beschränkung und die damit einhergehende Priorisierung sind außerdem notwendig, weil ich die drei Schlagwörter in meine „Berufsbezeichnung“ (ich habe noch keinen griffigeren Begriff dafür gefunden) aufnehme:

Marketingberater für B2B-Marketing, Online-Marketing und Selbstmarketing

An manchen Stellen im Web stehen für eine kurze Selbstdarstellung nur sehr wenige Zeichen zur Verfügung. Das von mir zweckentfremdete Feld „Akademischer Abschluss“ in meinem XING-Profil ist ein Beispiel hierfür. In so einem Fall braucht man einen extrem kurzen Vorstellungstext.

Und schließlich gibt es noch den neuen Elevator Pitch. Bei der Gestaltung des Textes habe ich mich bewusst eng an die Kurzvorstellung meines Arbeitgebers angelehnt:

Ich bin Marketingberater beim Institut für Online-Markenführung (IFOM) und bilde Mitarbeiter von Industrieunternehmen darin aus, Online-Marketing zu verstehen, anzuwenden und in Eigenregie umzusetzen. Die Teilnehmer der IFOM-Seminare lernen, wie sie mit dem Internet effektiver Interessenten zu Kunden machen, Bestandskunden binden und entwickeln, wertvolle Informationen gewinnen und Prozesse verschlanken.

Bis zum nächsten Teil dieser kleinen Artikelserie dauert es hoffentlich nicht so lange wie beim letzten Mal. Zunächst einmal steht mir jetzt aber die Aktualisierung meiner Profile bevor.

Weitersagen

Kommentar

  1. Roland Kopp-Wichmann

    Mein Vorschlag für Ihren Elevator Pitch:
    Statt: Ich bin Marketingberater beim Institut für Online-Markenführung (IFOM) und bilde Mitarbeiter von Industrieunternehmen darin aus, Online-Marketing zu verstehen, anzuwenden und in Eigenregie umzusetzen. Die Teilnehmer der IFOM-Seminare lernen, wie sie mit dem Internet effektiver Interessenten zu Kunden machen, Bestandskunden binden und entwickeln, wertvolle Informationen gewinnen und Prozesse verschlanken.

    Besser fände ich:
    Suchen Sie auch Interessenten für Ihr Produkt im Internet?
    Ganz schön schwierig manchmal, oder?
    Genau das ist mein Job.


Eigenen Kommentar schreiben